So 12.02.2012 Prof. Dr. Georg Schwedt: Ruff! – damit ins Ofenloch!


Ganz zum Schluss wurde dann noch ein Feuerwerk abgebrannt: Doch da – aus Sicherheitsgründen – hier das im Pfeifenkopf entzündete Scharzpulver „nur“ in einem gropßen Funkenbogen verbannte und nicht explodierte, gab es vor allem von den jüngeren und durch eigene Chemiekästen „vorbelastete“ Zuschauern die Frage nach dem Warum.

Die begründete Prof. Dr. Georg Schwedt dann auch umfassend damit, das anders als Max und Moritz bei ihrer Attacke auf Lehrer Lämpel, hier das explosive Gemisch nicht gestopft und damit verdichtet worden sei. Denn: „Bei aller Experimentierfreude, die eigene Sicherheit und die der anderen geht immer vor!“ Dass man die
Bildergeschichten Wilheln Buschs nicht nur Literarisch, Philosphisch oder unter gestalterischen Aspekten betrachten kann, machte jetzt im Wiedensahler Geburtshaus des Malers und Zeichner, Dichters und Denkers der eremetierte Chemie-Profesorr Schwedt deutlich.Vor mehr als 50 Zuschauern – darunter ein Drittel Schüler – veranschaulichte der ehemalige Dozent der TU Clausthal, wie seht sich ganz banale chemische Vorgänge über unser Alltagsleben hinaus auch in Buschs Werk entdecken lassen. Und Schwedt wusste zu berichten, dass er sich sicher sei, dass der „Hausherr“ diese Zusammenhänge sehr wohl gekannt habe. Schließlich stehe in seinen Zeugnissen aus seiner Zeit als Maschinenbau-Student in Hannover auch eine Note Eins im Fach Chemie. Bei den meisten seiner Versuche machte der Erfolgsautor zahlreiche Experimentier- und Sach- und Lehrbücher anhand von diversen Säuren und anderen Flüssigkeiten aus der „Giftküche“ deutlch, wie man schon im Mittelalter schnell und zuverlässigt mit billiger Kreide gestrecktes Mehl von reiner Ware unterscheiden konnte, oder wie aus einem Rotkohl mittels Soda-Zugabe ein Grünkohl werden kann. Zu den Versuchen, die für das Publikum über Kamera und Beamer vergrößert auf eine Leindwand übertragen wurden, gehörte auch der chemische Vorgang, der eingeleitet werden muss, wenn die von Hans Huckebein mit Heidelbeerkompott befleckte Wäsche wieder weiß werden soll. Hinweisend auf die besondere Beziehung Buschs zu Bienen und Hochprozentigem, gab dazu Experimente mit Honig, Magenbitter und Rotwein verbunden mit dem Hinweis, das die darin enthaltenen Antioxidanten „in Maßen genossen“ durchaus positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden häten.

Bevor dann – bei ausgeschalteten Rauchmeldern – das Schwarzpulver abgefackelt wurde, gab es auch noch Hinweise wie Busch seine Tinte selbst produziert haben könnte. Angeblich wird solche Flssigkeit auch heute noch bei der Unterzeichnung von Staatsverträgen verwendet. Weitere Einblicke, wo Chemnie in den Bildergeschichten Wilhelm Buschs wirkt, macht die Ausstellung „Ruff! - damit in Ofenloch „, die von Schwedt mit konzipiert worden ist, noch bis zum 29. April im Obergeschoss des Busch-Geburtshauses deutlich.  Friedhelm Sölter



Datum:
12.02.2012
Uhrzeit:
17:00 Uhr
Eintritt:
4,-/ Kinder 2,-

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